Game of Thrones RPG

Von Krähen, Katern und Füchsen

Nachdem wir den einzig verbliebenen Räuber der Gerichtsbarkeit im nächsten Ort übergeben hatten setzten wir unseren Weg Richtung Königsmund fort.
Ich vergesse immer wieder wie selten die meisten Anwohner von Felsenfurth ihr schützendes Tal verlassen aber die Überquerung des roten Flusses rief es mir wieder in Erinnerung. Ich selber habe sicher schon größere Flüsse gequert doch für den jungen Angus war es doch eine merkliche Herausforderung. Zögernd stand er vor der Brücke und sein Unbehagen war nicht zu übersehen, sehr zur hämischen Freude seiner Halbschwester. Isha hat nicht an Sticheleien gespart, doch auch die Wildeck und Valin Steinschlag waren froh als wir den Fluss hinter uns ließen. Lediglich der Schmid merkte nichts von alledem und war voll des Lobes über die bauliche Perfektion der Brücke.
Es war ein angenehmer Tag zum Reisen, warm und trocken doch nicht zu heiß. Im Wald wundervolle Krähenarten als Studienobjekte. Doch irgendwann wurde mir klar, daß einfach zu viele Krähen, Dohlen und Raben in den Bäumen saßen. Es musste jede Menge Aas in der Nähe sein. Darauf wies ich den jungen Lord hin der umgehend einen Erkundungstrupp bestehend aus der Wildeck, Valin und zwei weiteren Grauen in den Wald schickte. Isha war von der erneuten Unterbrechung gelangweilt bis genervt und blieb mit uns auf dem Weg zurück. Nach einer gefühlten Ewigkeit rief Angus in den Wald hinein worauf die Wildeck irgendwas von „Wir werden angegriffen“ zurück brüllte. Nun hielt Angus nichts mehr. Er stürmte mit erhobener Axt in den Wald, Isha und zwei weitere Graue im Schlepptau. Schließlich kam einer von ihnen zurück um mich hinter sich in den Wald zu ziehen. Mit gemischten Gefühlen folgte ich ihm ins Unterholz.
Der Anblick war alles andere als angenehm. Fünf tote Männer am Boden umgeben von vier genauso toten Wölfen, einer davon ein riesiges schwarzes Ungetüm. Schnell war jedoch klar, dass unsere Leute alle wohlauf sind. Durch die Wölfe schienen die anderen Toten jedoch nicht umgekommen zu sein, sie waren nur Nutzniesser die von uns gestört wurden. Die Verwesung war zu weit fort geschritten als dass ich hätte sagen können woran die Männer starben, doch offenbar kamen sie nicht mehr dazu sich zu wehren. Die Schwerter steckten noch in ihren Scheiden und eines erregte unsere Aufmerksamkeit, da es mit dem Hirsch des Hauses Baratheon geschmückt war. Wir nahmen es vorsichtshalber mit und überließen die sterblichen Überreste dem Wald um rechtzeitig zur Nacht im Gasthof anzukommen. Auch die erlegten Wölfe wurden mitgenommen und mit grimmiger Zufriedenheit legte Valin die schwarze Bestie ausgerechnet in meinen Wagen! Nun, ich will mich nicht zu sehr beklagen. Es war ein interessantes Gefühl den gesamten Tross vor mir her hetzen zu sehen auch wenn ich natürlich weiss , dass dies dem Raubtiergeruch geschuldet war der unsere Pferde nervös machte.
Rechtzeitig zur Dämmerung erreichten wir das Gasthaus. Ich war einfach nur froh ins Warme zu kommen, doch Angus und die Übrigen merkten gleich, dass uns hier mit Misstrauen bzw. Feindseligkeit begegnet wird. Angus konnte ein klärendes Gespräch mit dem Wirt erwirken und so erfuhren wir, dass 2 Tage zuvor ein Tross aus dem uns benachbarten Haus Dannett hier gerastet hat. Die hatten wüste Behauptungen aufgestellt, unsere Leute hätten Bauernfamilien auf dem Land der Dannett´s regelrecht abgeschlachtet samt Frau und Kindern. Was für eine Ungeheuerlichkeit. Sicher, Haus Felsenfurth und Haus Dannett sind nicht befreundet aber solche Lügen zu verbreiten…..
Nachdem ich die Schankmaid überzeugen konnte, dass sie von uns nichts zu befürchten hat, hatte sie noch ein paar Informationen zu dem Baratheonschwert. Der Mann der es trug war vor kurzen im Gasthof eingekehrt und hatte sich dort länger mit dem Fuchsritter unterhalten. Ich wünschte, ich hätte mein Heraldikbuch mitgenommen denn mir fällt beim besten Willen nicht ein welches Haus einen Fuchs im Schilde führt. Isha gesellte sich mit ihrem Bierkrug zu ein paar Einheimischen um weitere Gerüchte aufzuschnappen. Sie schien ihren Spaß zu haben. Kein Wunder, nach dem der Alkohol reichlich floss. Valin und die anderen erfolgreichen Wolfsjäger gingen hinaus um im Fackelschein die erlegten Tiere zu häuten. Die Wildeck hinterher, angeblich um Valin zu helfen. Seltsam, ich kann mir kaum vorstellen dass er Wert auf Hilfe und Gesellschaft legt, aber gut. Der Rest von uns ging bald schlafen.
Tag´s darauf konnte ich noch nicht mal mein Frühstück beenden, da tauchte Isha´s Zofe auf. Ihrer Herrin ginge es nicht so gut und ob ich wohl nach ihr sehen könne. So leise sie auch gesprochen hatte, auf Angus Gesicht erschien ein breites Grinsen und in den Augen blitzte es gefährlich. „Wenn es meiner Schwester nicht gut geht, so sollte ich nach ihr sehen“ verkündete er lautstark und war schon auf dem Weg nach oben. Ich konnte nicht mehr verhindern, dass er heftig gegen ihre Tür klopft. Ich versuchte ihn davon abzuhalten sie noch weiter zu quälen und die darauf folgende Diskussion konnte man sicher noch in der Schankstube hören. Schließlich räumte der junge Lord das Feld. Mit Triumph in den Augen, da man aus Ishas Kammer gequältes Stöhnen hörte. Mein altbewährtes Kater-Hausmittel namens „Rollmops“ stieß auf wenig Gegenliebe-Isha verschwand würgend in Richtung Waschschüssel. Letztlich saß sie aber doch, reichlich blass, auf dem stämmigen Pferd ihrer Zofe. Die hat stattdessen neben mir auf dem Wagen Platz genommen und lauschte fasziniert meinen Erläuterungen zu den Unterschieden zwischen Saatkrähen und Braunschopfkrähen. Immer wieder passierten uns Reisende die uns mehr oder weniger offen feindselig anblickten. Drei junge Reiter zerrissen sich sogar absichtlich laut das Maul über unser Haus. Das konnte Angus natürlich nicht auf sich sitzen lassen und er forderte Satisfaktion. Zum Glück war er besonnen genug, diese auf einen späteren Zeitpunkt zu vertagen nachdem die Drei in königlichem Autrag unterwegs waren. Es war sicher von Vorteil, dass er für sein Alter schon so groß und kräftig ist und es beruhigt mich, dass sein Verstand wie´s scheint seinem erwachsenen Äußeren langsam hinterher kommt.
Wieder erreichten wir zum Tagesende den nächsten Gasthof und wieder wurden wir nur sehr wiederwillig willkommen geheissen. Aber Geld bleibt Geld und so bekamen wir dennoch Unterkunft und etwas zu Essen. Valin gab den bösen Kommentaren eines Tischnachbarn gekonnt kontra, was die Stimmung etwas beruhigte. Auch wenn er nicht der geselligste Bursche ist, es steckt ein wacher Geist in diesem Kopf. Nachdem Isha ihren Kater endlich überwunden hatte, konnte sie uns auch endlich erzählen war sie den Abend zuvor in Erfahrung gebracht hatte: Die Tochter des Hauses Dannett sei verschwunden. Kurz vor der Hochzeit mit einem gut betuchten, aber ziemlich alten Kaufmann wie es heißt. Ein paar Tische weiter wirft ein angetrunkener Söldner mit Geld förmlich um sich. Die Wildeck setzte sich zu ihm um vielleicht weiteren Tratsch zu Tage zu fördern. Der verplapperte sich dann auch prompt und gab zu zusammen mit dem Fuchsritter für die fünf Toten im Wald verantwortlich zu sein. Als Tagaryenanhänger sei es ihm ein Vergnügen gewesen die Baratheontreuen umzubringen, nachdem sie den gemeinsamen Auftrag erst erledigt hatten. Wie sich heraus stellte hat der Fuchsritter Söldner beauftragt um die Bauern auf Dannetts Land umzubringen und dann einen Schild von unserem Haus dort zurück zu lassen um den Verdacht auf uns zu lenken. Als der Söldner merkte, dass er sich verplappert hatte war es schon zu spät. Als er die Gaststube verließ folgen ihm Engelin, Valin und Angus und bugsieren ihn ohne viel Federlesen in den Wald. Nach einer, wie nannte es Valin, Spezialbehandlung ist der Mann namens Hamish Blumen kooperativ und gesprächig. Nur dass die gute Wildeck ihm gleich verraten musste dass wir von Haus Felsenfurth sind ist einfach unbegreiflich. Zum ersten Mal hat sich wohl selbst Angus gefragt, ob es so eine gute Idee war sie zum Feldwebel zu machen. Am nächsten Morgen habe ich also zu dem immer noch grausigen Wolfsfell auch noch einen gefesselten Mitreisenden, der nach Alkohol, Angstschweiß und Schlimmerem riecht. Großartig, wenigstens hab ich noch Kampfersalbe für meine gequälte Nase übrig. Andererseits, zumindest habe ich jetzt einen geduldigen Gesprächsparter……

Comments

Endlich gelesen! Danke Steffi, super gemacht!

Von Krähen, Katern und Füchsen
Salor

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